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St. Hubertus Schiefbahn

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  Schiefbahn gestern und heute
          Wissenswertes über die Gemeinde und unsere Pfarre

um 1430

Um 1430 taucht erstmals der Flurname „Schyffbaen“ (bis dahin „Unterbroich“) für ein Gebiet auf, welches sich nördlich eines alten Rheinarmes erstreckte.

Dieser Rheinarm ging noch bis 1254 an Schiefbahn vorbei, versumpfte, vermoderte und vertorfte und ließ ein großes Bruchgebiet entstehen .

Schiefbahn verdankt seine Entwicklung wohl hauptsächlich der Lage an diesem Rheinarm, an dem sich schon in frühgeschichtlicher Zeit ein Weg entwickelte, der Rhein und Maas verband.

Der heutige Name Schiefbahn (vorher auch Schievbahn) entstand, weil sich hier ein Schießstand als Übungsplatz für die Schützenbruderschaften der Umgebung befand und zwar im jetzigen Ortsteil Unterbruch. Noch heute heißt die Scheibe in Mundart „Schiev“.

1458

1458 wird erstmals eine Kapelle erwähnt, die dem hl. Hubertus geweiht war und lange Wallfahrtsziel war. Um sie herum siedelten sich viele Menschen an.
Die Bevölkerung war in früheren Zeiten vorwiegend in der Landwirtschaft tätig. In Erinnerung geblieben ist der Gänsejunge, welcher noch heute als Symbolfigur in Schiefbahn zu sehen ist. Er führte bis 1850 alle Gänse des Ortes täglich zum Weiden ins Bruch. Eine Weideliste aus dem Jahre 1822 spricht von 3227 (!) Gänsen.

nach 1500

Nach 1500 wurde „Schiefbahn“ zum offiziellen Ortsnamen. Die Gemeinde unterstand zu diesem Zeitpunkt dem Kurfürstentum Köln (1299–1794).

Aufgrund seiner Lage an der Handelsstraße erhielt Schiefbahn um 1590 eine Befestigungsanlage mit Wall, Graben und drei Toren, deren Lage sich z.T. noch an den heutigen Straßennamen (z.B. Wallgraben) erkennen lässt.

ab 1794

Von 1794–1813 war Schiefbahn französische „Mairie“. Im Mundartlichen gibt es immer noch französische Ausdrücke. Auch der von Napoleon – er besuchte Schiefbahn am 12. September 1804 – initiierte, doch nie vollendete, Nordkanal (im Bett des früheren Rheinarmes) ist in dieser Zeit entstanden. 1856 fuhr das letzte Kohlenschiff auf dem Abschnitt zwischen Neuss und Neersen.

ab 1815

Ab 1815 war Schiefbahn selbstständige Gemeinde.

Das wirtschaftliche Leben Schiefbahns wurde später auch durch die Hausweberei geprägt, welche Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend in die Textilindustrie überging.

Die Industrielle Revolution zeigte sich in Schiefbahn durch die Gründung (1889) der Mechanischen Seidenweberei Deuß & Oetker (später Verseidag). Hier stand zeitweise der größte Websaal Europas. Ein Teil der Außenmauern ist noch heute als Denkmal im Wohngebiet in der Nähe des St. Bernhard-Gymnasiums zu sehen. Im Park des Gymnasiums befindet sich der ehemalige Sommersitz des Seidenfabrikanten Albert Oetker, die sogenannte „Villa“.

Nach 1945 wurde ein Industriegebiet am Nordkanal eröffnet. Auch in Niederheide, hinter dem ehemaligen Bahnhof, entstanden industrielle Anlagen.

1. Januar 1970 wurde Schiefbahn im Rahmen der kommunalen Neugliederung Stadtteil der Stadt Willich.
Während in alter Zeit die Einwohner Schiefbahns sich von der Landwirtschaft ernährten, bekam besonders im 19. Jahrhundert die Hausweberei größere Bedeutung. Diese wurde 1889 schließlich weitgehend von der Seidenfabrik Deuß & Oetker, der späteren Verseidag, abgelöst In jüngster Zeit haben sich viele neue Industriezweige in Schiefbahn angesiedelt.

  Die Anfänge unserer Kirchengemeinde






um 1400




Taufstein
Die Anfänge des kirchlichen Lebens sind aus der, dem heiligen Hubertus, dem Schutzpatron der Jäger und Schützen, geweihten Kapelle hervorgegangen. Das Alter dieser Kapelle, die zur Pfarre Anrath gehörte, reicht in die Zeit um 1400. Da sich um diese Kapelle viele Menschen angesiedelt hatten und der weite Weg nach Anrath für viele nicht zumutbar war, wurde Schiefbahn 1548 zur selbstständigen Pfarre erhoben.

Aus dieser Zeit stammt der in unserer Kirche noch vorhandene Taufstein..


1598 1598 wurde die Kapelle zur Pfarrkirche erweitert. Hubertuskirchen waren im späten Mittelalter Wallfahrtskirchen. Der heilige Hubertus wurde um Hilfe bei Tollwut und Wahnsinn angerufen. Um die Hunde zu schützen wurden sie nach Schiefbahn gebracht und dort u.a. mit dem Hubertusschlüssel gebrannt.
1853

1853 wurde auch diese Kirche zu klein. Man riss sie ab und es wurde mit dem Bau unserer jetzigen Kirche begonnen. 

Besonders verdient um den Bau machte sich der damalige Pfarrer Schnorrenberg, an den heute eine Straße in Schiefbahn erinnert.           
4.Nov. 1855 wurde das erste Hochamt in der neuen Kirche gefeiert.

Bis heute hat die Kirche viele Um- und Anbauten erfahren. Die wohl stärksten Änderungen wurden in der Amtszeit von Pfarrer Dr. Brück (Pfarrer von 1957-1984) vorgenommen. Neben dem Anbau des Querschiffes und der Sakristeiräume wurde u.a. der Altartisch nach vorne und in Richtung der Gemeinde gerückt, wie es später auch dem Wunsch des Zweiten Vatikanischen Konzils entsprach.

An Pastor Dr. Brück erinnert eine Abbildung am Brunnen neben dem Querschiff.
Heute gehört die Pfarre St. Hubertus zur „Gemeinschaft der Gemeinden Willich“ (GdG Willich). Hier sind die Pfarren St. Katharina mit St. Mariä Rosenkranz (Willich), St. Johannes (Anrath) und St. Maria Empfängnis (Neersen) zusammengeschlossen. Die Gemeinden sind weiterhin selbstständig, arbeiten jedoch intensiver zusammen und bündeln die Schwerpunkte ihrer pastoralen Mitarbeiter.